Peer und Philipp dürfen weitermachen

Was mir am meisten am Ergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen gefällt, ist das leichte Plus der SPD. Damit dürfte es bei Steinbrück als Kanzlerkandidat bleiben und die Debatte darüber, ob er der geeignete Kandidat ist, wird trotzdem weiter gehen. Das wird der SPD bis zur Bundestagswahl schaden, sie schwächen. Der Albtraum rot-grün rückt etwas weiter in die Ferne.

Auf der anderne Seite kann man ausschliessen, dass irgendjemand wegen Philip Rösler die FDP gewählt hat. Die Stimmen kamen von der CDU.  Die Wähler wollten die FDP im Landtag halten, um die Chancen für den Machterhalt der Landesregierung  zu wahren. Für die Machtoptionen spielt dies keine Rolle, da es nur eine Verschiebung innerhalb von schwarz-gelb darstellt. Merkels CDU strotzt im Bund vor Kraft. Die FDP dürfte nach den Ergebnissen der letzten drei Landtagswahlen auch den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen.

Die, heute anders firmierende, SED ist aus dem Landtag geflogen. Ein Trend, der zu begrüssen ist. Die Piraten erzielten das Ergebnis einer Splitterpartei. Der Verschiebung von Schwarz zu Gelb entspricht die Verschiebung von Piraten und SED zu den Grünen und, mit Abstrichen, zur SPD.

Dass Merkel uns an der Spitze erhalten bleiben wird, stand nie in Zweifel, ist aber nach dem heutigen Wahlabend noch wahrscheinlicher geworden. Dass es keine grosse Koalition gibt, sondern die aktuelle Bundesregierung es im Herbst schafft, erscheint wieder möglich. Der ausbleibende Absturz der FDP unter Rösler, ich habe auf das Gegenteil gewettet, ist für mich die grösste Überraschung des Wahlabends. Die Schwäche Röslers schadet schwarz-gelb offenbar nicht so sehr, wie die Schwäche Steinbrücks rot-grün.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2013

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Kommentare

  1. Auch hier liegen Sie falsch. Die jetzige Debatte um Peer wird I’m Herbst keinen mehr interressieren. Die FDP bietet immer noch ein furchtbares Bild, und jetzt Kommen die Vorwuerfe, an Bruederle Hindu, dem Ich das ohne weiteres zurtraue. Stephan hat der SPD gezeigt wie man einen Wahlkampf führt, und ich denke es wird für Rot-grün moeglicherweise unter einer Tolerierung reichen. Und der Albtraum wären wirklich vier weitere Jahre schwarz-gelb . Es ist wirklich so, dass jede Frittenbude besser geführt wird.

  2. susi bibelmaus

    Sei es Stadt- Land- oder Bundespolitik, immer sind es „Sachzwänge“ zum Erhalt des eigenen Status Quo welche die Farben derzeitig- und zukünftiger Koalitionen herbeiführen. Das ohnmächtige Wahrnehmen inzwischen der Resignation verfallender Bevölkerungen (nicht nur hier in unserem Land) hinsichtlich der sichtbaren Erfolglosigkeit einer Wahl, gleich welcher, führt einerseits nicht nur zu immer geringeren Wahlbeteiligungen – die latente Ohnmacht der immer selben Gesichter- Koalitionen oder politisch nichtssagenden Farben in Stadt- Land und Bund hat andererseits inzwischen auch schon einen tief sitzenden Hass auf alles politische losgetreten! Wem wundert also das gegenseitige zuschieben von Zweitstimmen für den eigenen Status Quo? Wobei dazu noch in aller Öffentlichkeit am helllichten Tag aufgerufen wurde! Ist das nun noch redlich … oder schon mehr unsäglich …?

    Was nach so einem Schauspiel übrigbleibt, ist eine mit derweilen schon regelrecht abwehrende Schutzhaltung der so durch politische Akteure täglich getäuschten Mitmenschen. Und diese Abwehrreaktion wird umso mehr an Intensität zunehmen, je erkennbarer es wird, dass sich außer visuellen Stühle rücken, dass außer schachern um Posten und Machterhalt sich nie wirklich was ändert!

    Verstehen wir diese „Wahl“ also als vorwegnehmendes offenes Signal an uns, als Warnschuss zum herausnehmen des Windes aus den Segeln sozusagen, um uns schon mal für die anstehende Bundestagswahl unsere Stellung als Rad im Getriebe vor Augen zu halten!

    susi