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Die formierte Gesellschaft hat die Wahl

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In seinem Meisterwerk „Über die Demokratie in Amerika“ kommt Alexis de Tocqueville zu dem Schluß, dass das Streben nach Gleichheit zu einer Gleichschaltung unter einer starken Zentralgewalt führe. Diese entmündige die Bürger und mache sie vom Handeln der jeweiligen Regierung abhängig. Die Bürger würden des selbständigen Handelns und der Eigenverantwortung entwöhnt. Die Regierung sorge für Sicherheit, sehe die Bedürfnisse der Bürger voraus und befriedige sie. Sie manage alle Details des täglichen Lebens. Tocqueville warnt davor, dass das Streben nach „Gleichheit“ keinen Schutz vor Tyrannei gewähre, sondern vielmehr ehrgeizige und unaufrichtige Politiker begünstige, die antreten, „für Gerechtigkeit Sorge zu tragen“:

„Die erste, ja gewissermaßen die Grundbedingung für die Zentralisation der öffentlichen Gewalt in einem demokratischen Staate ist: die Gleichheit zu lieben – oder sich diesen Anschein zu geben. So vereinfacht sich die bislang so verwickelte Lehre vom Despotismus: sie reduziert sich sozusagen auf ein einziges Prinzip“.

Die bevorstehende Bundestagswahl gibt erneut Anlass, darüber nachzudenken, ob wir tatsächlich eine Wahl haben oder doch nur zwischen Variationen eines einzigen Prinzips entscheiden können. Ein Kommentar:

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2009

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