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Sieg im Irak!

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Sie veränderten den Mittleren Osten. Petraeus und Bush [3]

Sie veränderten den Mittleren Osten. Petraeus und Bush

In der vergangenen Woche sind die letzten US-Kampftruppen aus dem Irak abgezogen [4]. Gewalt gibt es nach wie vor im Irak. Das unterscheidet das Land nicht von vielen seiner Nachbarstaaten,  Pakistan beispielsweise. Die öffentliche Meinung in Europa wie hierzulande ist, was den Irak-Krieg angeht, in kollektive Amnesie verfallen. Man sollte annehmen, dass in einem Land wie Deutschland nicht so schnell vergessen wird, wie es ist, durch amerikanische Truppen von einem völkermordenden Terrorregime befreit zu werden. Medien wie „Radio Hamburg“ sprachen in der letzten Woche in den Nachrichten (!) von dem „illegalen Krieg im Irak“. Bei diesem Sender scheint man bei der Suche nach manipulativer Berichterstattung richtig; nicht, wenn es um historische Sachkunde geht.

Millionen Tote im vom Irak begonnenen Krieg mit dem Iran [5] 1980-1988, der Einsatz von Massenvernichtungsmitteln [6] gegen die eigene Bevölkerung, der Überfall auf Kuwait, Scud-Raketen auf Israel, die mehr als ein Jahrzehnt andauernde Missachtung bindender UN-Resolutionen und das völlige Kollabieren der Sanktionen durch die korrupte UNO, die feste Überzeugung der Clinton- und Bush-Administrationen und der großen Mehrheit der Geheimdienste (einschließlich des BND), dass Saddam im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei, Kontakte zu al Qaida.

Das waren die Realitäten, als die Koalition im März 2003 den Irak angriff und mit einem nach militärhistorischen Maßstäben blitzschnellen Sieg das Terrorregime von Saddam stürzte.

Der US-Kongress hatte mit deutlicher Mehrheit den Einsatz von Gewalt gegen Saddam gebilligt. Die Mehrheit der demokratischen Senatoren stimmte der Resolution ebenfalls zu [7] (u.a. Aussenministerin Clinton, Senat-Mehrheitsführer Harry Reid, Rockefeller, John Kerry, 2004 Präsidentschaftskandidat der Demokraten u.a.).

Die Resolution führt zweiundzwanzig Gründe für den Einsatz militärischer Gewalt auf. Der mutmaßliche Besitz von Massenvernichtungswaffen war nur einer davon. Seit wann aber lässt sich die Pazifistengemeinde von Fakten stören?

Die öffentliche Meinung war auf der Seite von George W. Bush, die Medien und der Kongress gleichfalls.

Der Konflikt dauerte länger und kostete mehr Opfer als erwartet. Wäre es nach Opportunisten wie Senats-Mehrheitsführer Harry Reid gegangen, die einen vorzeitigen Abzug forderten und den Krieg als verloren erklärten, wäre es tatsächlich zu einer Niederlage gekommen.

Ebenso, wenn man damals auf Senator Obama gehört hätte, der die Truppenaufstockung („surge“) [8] und die Benennung von General Petraeus zum Oberkommandierenden bekämpfte.

Dieser historische Moment in 2007, als Irak verloren schien und er selbst von seinen eigenen Parteifreunden verlassen wurde, ist der größte Moment in der Präsidentschaft von George W. Bush. Ein Moment, in dem der unpopuläre Amtsinhaber staatsmännische Qualitäten zeigte, die herausragend waren. Er hat in einer Situation enormen Drucks Ruhe, Zuversicht und Entschlossenheit bewahrt und gegen überwältigende Widerstände die richtige Entscheidung getroffen und die surge [9] (Truppenaufstockung, COIN [10], neuer Oberbefehlshaber) angeordnet, die zur Zerschlagung von al Qaida im Irak und der “Aufständischen” führte [11]. Größte Anerkennung verdient John McCain, der diese Strategie schon ab 2004 [12] forderte und als Erster die im Irak begangenen Fehler erkannte und benannte.

Bush verließ das Weiße Haus höchst unpopulär und teilweise verachtet. Truman erging es ebenso. Die Geschichte hat eine positive Neubewertung Trumans vorgenommen. Bush wird diese ebenfalls zu Gute kommen. Und das nicht nur, weil Vizepräsident Biden den Erfolg im Irak jetzt als eine der möglicherweise größten Errungenschaften [13] der Obama-Administration bezeichnet hat. Präsident Obama ist dabei zu Gute zu halten, dass er sein unverantwortliches Wahlkampfversprechen, bis März 2008 aus dem Irak abzuziehen, gebrochen hat.

Wie in Japan und der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg hat die amerikanische Armee eine Republik geschaffen. Diesmal im Herzen des Mittleren Ostens. Die Welt ist ein besserer Platz, wenn es den Irakern gelingt, dieses Geschenk zu bewahren und zu sichern.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2010

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