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Obamas hektische Tatenlosigkeit

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Das Weisse Haus ist besorgt: Die Krise in Libyen und die allgemeine Instabilität im Mittleren Osten haben zu steigenden Benzinpreisen geführt. Der Präsident wollte den Amerikanern zeigen, dass er das Problem erkannt hat.

Also veranstaltete er am 11.03.2011 eine Pressekonferenz, auf der er im wesentlichen mitteilte, er werde….nichts tun.

Er wird die strategische Ölreserve nicht anzapfen. Und er wird keine weiteren Ölbohrungen genehmigen um die Abhängigkeit der USA von importiertem Öl zu verringern. Erstens, weil schon mehr gebohrt wird und zweitens, weil man sich der Probleme nicht durch weitere Bohrungen entledigen könne.

Und wie sieht es mit einer Lösung für die Probleme in Libyien aus, die die Ölmärkte beruhigen könnte? Oh ja, machen wir, machen wir. Wir haben, zum Beispiel, unser Botschaftspersonal evakuiert. Und wir haben Gaddafi klargemacht, dass „die Welt zusieht“, weil, wie wir wissen, der libysche Verrückte äußerst betroffen auf sinkende Umfragewerte reagiert.

Gaddaffi muss sich in den Kaftan machen, wenn er hört, dass der Präsident „eine Reihe von Gesprächen über eine Vielzahl von Optionen, die zur Verfügung stehen“ organisiert hat. Eine Reihe von Gesprächen – nun, das ist etwas, was dem gnadenlosen, mörderischen, monströsen Diktator, der einen Aufstand niederschlägt, ordentlich Angst einjagen wird.

Aber sorge dich nicht, Amerika. Wir „ziehen die Schlinge um Gaddafis Hals langsam zu“. Für Gaddafi müssen das Neuigkeiten sein, denn militärisch ist seine Seite in besserer Verfassung, als sie es noch vor fünf Tagen war. Und nicht nur militärisch: Weit davon entfernt, entschlossen zu klingen, schien der Präsident zu signalisieren, dass er auf einen im Amt verbleibenden Gaddafi vorbereitet ist.

In der letzten Woche ließ der Präsident klipp und klar verlauten: „Gaddafi muss gehen!“. Auf der Pressekonferenz nannte er Gaddafis Rücktritt „das aus unserer Sicht wünschenswerte Ergebnis“. Es liegen Welten zwischen diesen beiden Erklärungen.

Obama unterstützte ferner die Äußerungen seines Geheimdienstchefs, James Clapper, der kürzlich bemerkte, Gaddafi werde sich durchsetzen. Obama hat Gaddafi damit wissen lassen, dass dessen Fall kein zentrales Anliegen amerikanischer Politik sei.

So zieht man also die Schlinge zu!

Noch besser: Die NATO wird sich in Sachen Libyen treffen…am kommenden Dienstag. Offensichtlich ist die Krise nicht so ernst, dass die Diplomaten es als nötig erachtet hätten, sich etwas früher zusammenzusetzen. Müssen sie wahrscheinlich nicht, denn sie haben ja schon diese wundervoll organisierte „Reihe von Gesprächen“.

Und wer weiß? Einige der libyschen Rebellen könnten ja am Dienstag sogar noch am Leben sein! Und sollte dies der Fall sein, könnte das sogar zu etwas führen, denn der Präsident ließ uns an seiner Beobachtung teilhaben das sich die „Aufständischen erst jetzt organisieren“.

Oh, wirklich? Es sah in der letzten Woche so aus, als hätten die Aufständischen weite Teile des Landes unter Kontrolle, die sie jetzt zu verlieren scheinen. Dank der Attacken von Gaddafi, die wir weder vorhergesehen noch verhindert haben.

Es war keine gute Pressekonferenz des Präsidenten. Sie war sinnlos. Seine Antworten auf die ihm gestellten Fragen waren endlos – eine Antwort enthielt in der Abschrift 1385 Worte, eine andere 1114.

Ihre ermüdende Weitschweifigkeit, ihr Mangel an Klarheit offenbarten etwas zutiefst besorgniserregendes: Die Unfähigkeit, bei unvorhersehbaren Ereignissen eine Strategie zu formulieren und umzusetzen.

Dieser eklatante Mangel an Führungsstärke sollte selbst diejenigen beunruhigen, die meinen, Obama sei bislang ein guter Präsident gewesen.

© John Podhoretz New York Post
© Übersetzung Joachim Steinhöfel

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