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Christian Lindner – Zurückweichen vor Putin

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Von Richard Herzinger

Durch Christian Lindners Anpassung an die Positionen der Kreml-Lobby, die völkerrechtswidrige Annexion der Krim als “dauerhaftes Provisorium” anzuerkennen, erhält das uralte Etikett der FDP als “Umfallerpartei” auf makabere Weise neue Aktualität. Gänzlich überraschend kommt Lindners Zurückweichen vor Putin [3] und seiner hiesigen Lobby indes nicht. Schon länger fiel auf, dass der FDP-Chef zwar mit starken Worten gegen Erdogan nicht sparte, Putins fortgesetzte Aggression gegen die Ukraine und verbrecherische Kriegsführung in Syrien in seinen hitzigen Reden jedoch kaum vorkamen. Doch Lindners Selbstentlarvung als – zumindest außenpoltisch – ebenso ahnungs- wie prinzipienloser Schwadroneur ist leider nur ein Symptom für einen weit umfasenderen deutschen Defekt. Je brutaler und zynischer der mafiöse Neo-Imperialismus Putins das internationale Recht mit Füßen tritt, und umso aggressiver er die westlichen Demokratien bedroht, desto mehr wächst in den deutschen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eliten die Sehnsucht, mit dem für Frieden und Stabilität in Europa ach so unverzichtbaren Russland endlich wieder gut Freund sein zu dürfen, und zwar um nahezu jeden Preis. Käuflichkeit und Manipulierbarkeit mögen dabei eine wichtige Rolle spielen, können das Syndrom jedoch bei weitem nicht erschöpfend erklären. Da kommt, unter dem hehren Dogma der “Entspannung”, offenbar etwas sehr Düsteres und Unheimliches aus dem tiefsten Inneren dieser unserer Gesellschaft selbst an die Oberfläche.

 

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