Nokia/Siemens lieferte Iran Abhörtechnologie

Nokia Siemens Networks (NSN) hat der staatlichen iranischen Telefongesellschaft ein Überwachungssystem geliefert und installiert, daß das Abhören von Mobiltelefonen und Kommunikationsnetzwerken sowie das Lesen von e-mails erlaubt. Dissidenten im Iran sind zur Kontaktaufnahme mit der Außenwelt besondern stark auf die jetzt dem Zugriff ausgesetzten Kommunikationsformen angewiesen. Dank der Kollaboration von Nokia/Siemens mit den Mullahs haben sich die Risiken für Oppositionelle im Iran drastisch erhöht. Erste Festnahmen, bei denen Chat-Protokolle vorgelegt wurden, zeigen den “erfolgreichen” Einsatz der Nokia/Siemens-Technologie bei der Verfolgung von Regimegegnern.

Seit 2005 hat Siemens mit der US-Regierung mehr als $ 900 Millionen umgesetzt und beschäftigt etwa 70.000 Personen in den Staaten. Nokia ist einer der führenden Anbieter von Mobiltelefonen in den USA. Das Siemens nichts davon wusste, wie der Iran diese Technologie einsetzen würde, kann ausgeschlossen werden. Wie lange wird die US-Regierung noch Geschäfte mit einem Unternehmen machen, das ein Regime unterstützt, daß für den Tod von US-Soldaten im Irak verantwortlich ist ?

Der Handel zwischen Deutschland und Iran boomt. Nach offiziellen Zahlen nahmen die Exporte in 2008 um etwa 10 % zu. Deutschland hält damit seine Position als Irans (nach den Vereinigten Arabischen Emiraten) zweigrößter und in Hinblick auf qualitative Produkte wichtigster Handelspartner. Vertreter der deutschen Unternehmen scheinen mit der delikaten Tatsache, daß das Land, das für die industrielle Judenvernichtung im 2. Weltkrieg verantwortlich war, jetzt der wohl wichtigste Handelspartner des Landes ist, das die nächste Judenvernichtung plant, keine Probleme zu haben. Besonders unappetitlich geriert sich hier Helene Rang, geschäftsführender Vorstand des Nah- und MittelOst-Verein e.V., die in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk mit erbarmungswürdigen Interpretationen die genozidalen Pläne der Islamofaschisten leugnete, die man im übrigen im Kontext sehen müsse. Nämlich: Israels Aktionen in Gaza machten es schließlich verständlich, dass Iran hier vielleicht einmal „unakzeptabel“ formuliere. Mir wird speiübel, wenn ich Frau Rang höre. Colorandi Causa: Ehrenvorsitzender dieser feinen Gesellschaft ist einer von Putins bezahlten Lakaien, der sich kürzlich zu einem als „privat“ bezeichneten Besuch in Teheran aufhielt.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2009

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5 Kommentare zu "Nokia/Siemens lieferte Iran Abhörtechnologie"

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Franz
Gast
Aufschlussreich ist ja besonders, dass bis heute, Herbst 2010, dieses Thema der Installation eines Orwell’schen Überwachungsapparates durch eine teils deutsche Firma in Deutschland selbst sich nie zu einem öffentlichen Skandal hochgeschaukelt hat. Wo bleiben da die ach so bürgerrechtlichen Grünen und all die anderen Bundespolitiker?? Allmählich habe ich den verrückten Verdacht, die wollen es alle nur dem Iran gleichtun und uns eine totalitäre EU + NWO mit ebenfalls totaler Überwachung vorsetzen… Illuminati-Weltverschwörung? Ist sie real? Fehlt nur noch der neue große Terroranschlag im Westen, unter dessen Vorwand sich eine solche Überwachung durchsetzen lässt, ähnlich wie nach 9/11 durch Bush in… Read more »
Andrej
Gast

Das mit Schroeder haett ich beinah überlesen…
Aber, wir kennen seine Bedürfnisse als Privatmensch:
“abends eine Currywurst, eine Frikadelle, Schnitzel und Getränke reicht ja. Einfache Gerichte und ein gut gezapftes Bier.”
http://www.stern.de/politik/deutschland/:Gerhard-Schr%F6der-Und-Currywurst-Schnitzel/598611.html
Da fährt man dann logischerweise in den Iran, wenn man privat ist.
Da gibt es die beste Currywurst, und das Bier soll fantastisch sein!

trackback
[…] Hier wurde bereits im April über einen Skandal berichtet, der erst jetzt, in den Tagen des Aufstandes im Iran, seine ganze Tragweite offenbart (hier der heutige Artikel zum Thema aus dem Wall Street Journal). Das iranische Regime hat mit Hilfe von Nokia/Siemens eine der modernsten Abhörinfrastrukturen der Welt geschaffen, die es ihm gleichzeitig ermöglicht, das Internet vollständig zu zensieren und zu kontrollieren. Mit deutscher Hilfe wird den Demonstranten, die für ihre Freiheit ihr Leben riskieren, die Kommunikation untereinander sowie mit der Aussenwelt nahezu unmöglich gemacht. Nachrichten werden vom Regime zu Zwecken des Desinformation gefälscht, Absender ausfindig gemacht und verhaftet.… Read more »
Friederich
Gast

Das ist ja, über den »Privatmann« und Ehrenvorsitzenden hinaus, überhaupt eine höchst interessante und aufschlußreiche Mitgliederliste.

Außerdem hinterläßt mich diese Nachricht ratlos in vieler Hinsicht: Muß man sich jetzt schon als Conservativer diesen Spruch von den deutschen Waffen und dem deutschen Geld zu eigen machen, der ja bisher eher zum verbalen Instrumentarium der Linksautonomen gehört hat?

Und muß ich jetzt Sprit sparen, damit der Irre von Teheran nicht gar so schnell an die Bombe kommt, oder doch lieber etwas mehr verbrauchen, damit es endlich mal wärmer wird in Deutschland?

tom yamaoka
Gast

prima, so bleiben die deutschen export-weltmeister !