Die Gegenwut

Was all die Ausgrenzungstechniker nicht begreifen, ist, daß sich das, was Sarrazin verkörpert, nicht ausgrenzen lässt. Es ist die Wut von Leuten, die es satt haben, das Mittelalter in ihre Gesellschaft, die einen langen und mühevollen Prozeß der Aufklärung hinter sich hat, zurückkehren zu sehen. Die die Einschüchterungskulissen des Islam satt haben. Die es satt haben, für ihre Angebote an Eingliederungshilfen beschimpft und ausgelacht zu werden. Die es satt haben, über terrornahe islamistische Vereine zu lesen, über Ehrenmorde, über Morddrohungen gegen Karikaturisten und Filmemacher oder zu hören, daß auf Hauptschulhöfen „du Christ!“ als Schimpfwort benutzt wird. Die wütend zur Kenntnis nehmen lesen, daß sich westliche Staatsmänner für Frauen in islamischen Ländern einsetzen müssen, weil sie dort als Ehebrecherinnen gesteinigt werden sollen. Merkwürdigerweise aber sind nun die bei uns lebenden türkischen Mitbürger – und in der SZ am Wochenende werden acht junge vorgestellt – nicht darüber empört, sondern über Sarrazins Buch.

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Kommentare

  1. andrej

    @Chaim: Sie wissen ja, es ist politisch sehr korrekt und in Mode, auf nachwachsende Rohstoffe umzustellen. Der Rohstoff für die Sozialindustrie ist aber ja nun definitiv ein nachwachsender Rohstoff. Und kann zudem im eigenen Lande angebaut werden. Das ist ökologisch, spart es doch den Transport um den Globus.
    Fragt sich nur, ob wir uns irgendwann den Allerwertesten abfrieren dürfen, weil die Volkswirtschaft nichts mehr produziert, was irgendwer haben will, oder ob z.B. die OPEC Öl auch für Integrationskurse und Sozialarbeit verkauft statt für harte Währung.

  2. Auf jeden Fall sollte man nicht vergessen, daß 40% der Hartz-IV-Genießer Ausländer sind. Die Zahl stammt von REGIERUNGonline aus dem Februar 2010, und sie schließt – Migrationshintergrund! – auch diejenigen Paß-“Deutschen” ein, die eigentlich Türken und Araber sind.

    Vierzig Prozent! Eine echte Bereicherung unserer Kultur… 🙁
    Man gönnt sich ja sonst nichts.