Zur Doppelmoral bei der Verurteilung von Gewalt

Von Hamed Abdel-Samad

Man stelle sich vor, ein grüner Politiker wäre von Rechtsradikalen brutal attackiert und verletzt worden. Alle auf Facebook würden dann ihre Solidarität zeigen und den Angriff schon als Gefahr für die Demokratie erklären. Man stelle sich vor, wie die Medien dann darauf reagiert hätten. Ist der Angegriffene aber ein AFD-Politiker, halten sich die Empörung und die Solidarität in Grenzen. Manche empfinden sogar dabei heimlich Schadenfreude. Manche Demokraten finden es nicht angebracht, Solidarität mit jemandem zu zeigen, mit denen sie politisch nicht einverstanden sind.
Aber gerade als Demokrat muss man jede Form von Gewalt als Mittel der Politik ächten und verurteilen, denn Gewalt ist Gewalt egal aus welcher Seite sie kommt, und egal gegen wen sie sich richtet. Denn es gibt keine gute und keine schlechte Gewalt. Und die, die heute einen AFDler attackieren, würden morgen alle anderen attackieren, die ihrer Linie nicht folgen, denn Radikale aller Art wollen nur die eigene Stimme hören!Ich stehe für eine offene und faire Streitkultur. Wer einen Politiker nicht gut findet, kann mit ihm politisch streiten oder ihn abwählen. Wer Gewalt bejaht, relativiert, duldet oder dazu schweigt, hat sich als Demokrat disqualifiziert!

Von Joachim Steinhöfel

Hier nur ein Beispiel, das die unappetitliche Doppelmoral bei der Verteilung von oder dem Berichten über Gewalt dokumentiert. Hier zeigt der “Merkur” in einem Artikel vom 15.11.2018 ein übel zugerichtetes Gesicht mit dem Untertext: “Ein Opfer der rechtsextremen Gewalt in Chemnitz.” Hier erregt sich diesselbe Redaktion (Text vom 8.1.2019) wie folgt: “Das Unfassbare: Die AfD Bremen teilte kurz darauf ein verstörendes Bild des Politikers aus dem Krankenhaus auf Facebook, welches unzensiert den verwundeten und entstellten Magnitz zeigt.”

 

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Kommentare

  1. Schorsch Elser

    Der “Merkur” war einst ein konservatives Medium,zumindest die Online- Version ist mittlerweile auf links gedreht,auf einer Linie mit SZ, Taz …
    Verleger Ippen schaut zu.Ist er dement oder debil, oder ein heimlicher RAF-Fan?
    Die Unterwanderung der “Bildung”war ein Ziel der RAF-Genossen.
    “Marsch durch die Intanzen” ist erfolgreich auf dem Weg.
    Aus den Unis kommt immer neuer Nachschub für Medien und Justiz ,Studien-Abbrecher und andere Versager machen Politik für Links-Grün.
    Dieser Staat hält sie nicht auf.

  2. Sehr geehrter Herr Steinhöfel,

    ihr Plädoyer gegen initiierende Gewalt spricht mir prinzipiell aus der Seele.
    Und wie verträgt sich dies mit dem Gewaltmonopol nach dem Motto “wir Politiker sidn prinzipiell gegen Gewalt aber werden Ihnen dank unseres Gewaltmonopols Gewalt bis zur Existenzvernichtung antun sobald Sie unsere willkürlichen Forderungen nicht erfüllen”. Einfach nur mal den letzten Steuerbescheid lesen.
    Ich denke hier tritt der grösstmögliche Widerspruch offen zutage und das Argument “aber wenn wir keine Sklaven haben wer pflückt dann die Baumwolle” zieht seit hundert Jahren nicht mehr.
    Was denken Sie?
    mit freundlichen Grüssen:

    Miguel David

  3. TM

    “Ist der Angegriffene aber ein AFD-Politiker, halten sich die Empörung und die Solidarität in Grenzen.”

    Kann ich nicht erkennen, nahezu alle relevanten Politiker verurteilen die Tat und wünschen gute Genesung.

    Und wo ist das Problem mit dem Bild, dass doch von der AfD selbst stammt und nicht aus privaten Quellen?