Die USA vor der Präsidentenwahl

Pre-Election Bipartisanship

Pre-Election Bipartisanship

Ich bin in den letzten drei Wochen durch die USA gereist. Von New York City über Washington D.C., Arizona, Utah, Las Vegas nach L.A. Gibt man sich als McCain-Anhänger zu erkennen, erhält man weit mehr Zuspruch, als man sich dies nach den Berichten in den deutschen Medien (soweit man ihnen Glauben schenkt) vorstellen würde.

Schulterklopfen, Daumen hoch, Kommentare über die Stärken von McCain oder die Schwächen von Obama. Ob von schwarzen Stewardessen auf dem Flug von New York nach Washington oder weißen Joggern am Strand von Santa Monica. Aber auch in den USA wird – wie gestern im „heute journal“ des ZDF – mehr über die Schwangerschaft und den Kleider-Etat von Sarah Palin als über die serienmäßigen Aussetzer und fachlichen Peinlichkeiten des grotesken Joe Biden berichtet. Die dortigen Medien sind voreingenommen und parteiisch. Die New York Times, MSNBC, CNN, Newsweek usw. sind zu Angriffs-Maschinen der Obama-Kampagne verkommen. Ihre Ideologen haben jede journalistische Ethik verloren. Während man sich Sarah Palin wie eine Staatsfeindin vorknöpft, segelt der in seiner politischen Karriere von Radikalen (Bill Ayers, Father Pfleger, Reverend Jeremiah Wright, Rashid Kalidi, ACORN) und Kriminellen (wieder Bill Ayers, Tony Rezko) umgebene Obama unbehelligt zu einer Führung in den Umfragen.

Es erscheint wie ein Treppenwitz der Geschichte, dass ihm ausgerechnet die Finanzkrise zu diesem Umschwung verhalf. Vorher lag McCain etwa drei Punkte vorn, dann kam der Kollaps der Wall Street, ausgelöst von der Immobilienkrise. Diese wiederum hatte eine ihrer wesentlichen Ursachen in der unverantwortlichen Kreditvergabe der quasi-staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Auch finanzschwache Familien, die unter normalen Umständen keine Kredite bekämen, sollten die Möglichkeit haben, Hausbesitzer zu werden. Ein Wunschtraum der US-Linken, die jetzt, als Hauptverantwortliche, die Schuld der Bush-Administration zuschieben wollen. Mit Unterstützung der Clinton-Administration und des CRA (Community Reinvestment Act von 1977) haben radikale Aktivisten (wie ACORN – Association of Community Organizers for Reform Now; genau die Vereinigung, deren Büros dieser Tage wegen massiver betrügerischer Wählerregistrierung in fünfzehn Bundesstaaten vom FBI durchsucht wurden) Banken eingeschüchtert und bedroht, um hochriskante Kredite an sozial Schwache zu vergeben. Während McCain Fannie und Freddie schon vor zwei Jahren mehr als jeder andere Senator regulieren wollte, hielt Obama nicht nur den Mund. Er kassierte die zweitmeisten Wahlkampfspenden der beiden Finanzierer und ließ ACORN kürzlich knapp eine Mio. $ an Unterstützung zukommen.

Einen einzigen Vorteil hat Obama vor McCain. Die Welt würde Amerika schwärmerisch zu Füßen liegen, weil endlich ein Sozialist europäischer Prägung, und noch dazu ein farbiger, das Steuer übernommen hätte. Jemand, der multikulturellen Wahnvorstellungen unterliegt und die USA nach den Vorstellungen der Jusos umzukrempeln verspricht. Diese Fehleinschätzungen würden innerhalb kürzester Zeit durch die brutale Wirklichkeit korrigiert. Radikale Muslime, ein Iran an der Schwelle zur Atombombe, das nuklear bewaffnete Pakistan, Putin, Chavez, Nordkorea, die Finanzkrise, ein aufsteigendes China. Keiner dieser Aufgaben oder Gefahren ist Obama, der Zögerliche, gewachsen. Nie ist er in seiner politischen Karriere aus Überzeugung ein Risiko eingegangen. Die für das Überleben der Freiheit unverzichtbare Vormachtstellung von Amerika in der Welt ist ihm ein Dorn im Auge. Die erste ernste internationale Krise würde dieses Leichtgewicht zu Boden werfen. Ein Risiko für die USA ist ein Risiko für die freie Welt.

Aufgrund der immer noch enorm hohen Zahl unentschiedener Wähler bleibt die Wahl, trotz der für Obama sprechenden Prognosen, bis zum Schluss offen. Obama hat in fast allen Vorwahlen am Ende nachgegeben, McCain ist ein unübertroffener Meister darin, Trends in letzter Minute umzudrehen. Ich habe viele, viele Menschen getroffen, die zunächst für Obama schwärmten, aber auf die Frage, was sie eigentlich, abgesehen von dessen Versprechungen in Reden, so für ihn einnehme, keine Antwort wussten und plötzlich unsicher wurden. Die Chancen sind nicht groß, aber gelaufen ist die Wahl noch nicht! Und vielleicht platzt ja noch die Odinga-Bombe.

US-Veteran, Washington D.C., Oktober 2008

US-Veteran, Washington D.C., Oktober 2008

Eine Anekdote zum Schluss: Auf dem Ronald Reagan National Airport in Washington D.C. hörte ich auf dem Weg zu meinem Gate plötzlich eine Blaskapelle. Kurz darauf marschierten Veteranen (U.S. Army Air Corps) des Zweiten Weltkriegs ein, die einen „Honor Flight“ absolviert hatten. Große Mengen von Passagieren blieben stehen und applaudierten diesen Helden, die unser Land befreit haben.

Auch darum liebe ich Amerika und darum verehre ich McCain. Er steht für dieses Amerika. Für Obama empfinde ich nichts als Verachtung.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2008

Druckversion anzeigen Druckversion anzeigen

Kommentar verfassen

1 Kommentar zu "Die USA vor der Präsidentenwahl"

Benachrichtigungen
avatar
Andreas Drees
Gast

Erschreckend wie viel recht sie hatten