Putins Folterlager

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Die brutalen Attacken auf Oppositionelle in Russland gehen weiter. Am Dienstag dieser Woche wurde Lev Ponomarev, Kopf der Moskauer Gruppe “For Human Rights” brutal zusammengeschlagen. Journalisten gegenüber erkärte er laut der Online-Ausgabe der englischen Financial Times: „Ich wurde nicht beraubt…Ich bin völlig sicher, dass es sich nicht um eine zufällig Attacke von Hooligans sondern um einen Racheakt handelte. Wer hinter dem allen steht ? Ich habe keine Ahnung“. So schwer ist die Frage der Verantwortlichkeit allerdings nicht zu beantworten, wenn man sich die Muster der Anschläge, Angriff und Morde auf Oppositionelle und Menschenrechtler in Russland ansieht. Wer profitiert von deren Einschüchterung ? Erst im Januar wurden der der für Novaya Gazeta tätige Menschenrechtsanwalt Stanislav Markelov und ein ebenfalls dort tätiger Trainee, Anastasia Baburova, im Stile einer Hinrichtung in der Moskauer Innenstadt exekutiert.

Ponomarevs Organisation hat im letzten Jahr u.a. durch die Veröffentlichung eines ihr zugespielten Videos auf sich aufmerksam gemacht, das die Zustände in Russlands Folterlagern zeigt.

Nachdem diese unter dem Regime von Boris Jeltsin weitestgehend verschwunden waren, existieren in Putins Russland derzeit wieder etwa 50 Folterlager. Das Video zeigt Vorgänge im Gulag Yekaterinburg. Es ist schwer zu ertragen !

Ponomarev: „Häftlinge werden von Wächtern, die ihre Gesichter hinter Masken und Helmen verstecken in die klirrende Kälte gezerrt, ausgezogen und brutal zusammengeknüppelt. Aus Protest schnitten sich 39 Gefangene sofort die Venen auf. Als die Aktion am nächsten Tag, dem 17. Januar 2008, noch brutaler wiederholt wurde, schnitten sich etwa 700 Häftline die Venen auf“.

Ein Häftling, Mishchikin genannt, hat versucht Selbstmord zu begehen, indem er „Draht und Nägel zusammenwickelte“ und herunterschluckte. Zur Bestrafung wurde ihm zwölf Tage lang jede medizinische Versorgung vorenthalten. Ein anderer Gefangener namens Fargiyev wurde als Vergeltung für seinen Versuch, sich zu erstechen, 52 Tage in Handschellen gefesselt. Seine Hände haben ihre motorischen Fähigkeiten verloren.

Das ist Putins Russland. Einer seiner bezahlten Lakaien war früher unser Bundeskanzler.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2009

UPDATE: youtube hat das Video zwischenzeitlich – ohne mein Zutun – von 6 auf 2 Minuten  gekürzt. Die brutalsten Szenen fehlen jetzt. Hier ist die volle Version zu finden.

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3 Kommentare zu "Putins Folterlager"

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Antifo
Gast

Habs mir angeschaut. Lev Ponomarev ist Mitglied der Moskauer Helsinki Gruppe, von der bekannt ist, daß sie zusammen mit der US-amerikanischen Human Rights Watch Kampagnen macht. Das muß keineswegs bedeuten, daß dieser Bericht nicht stimmt. Ein gewisses Maß an Skepsis ist gleichwohl angebracht, weil Human Rights Watch für seine einseitigen und verzerrenden Berichte bekannt ist.

Ian Sobiesky
Gast

Wo bleibn Ihre berichte zu den Folterlagern der Amerikaner, welche rund um den Globus versreut sind?
Wo sind Ihre Berichte zu den 800 Konzentrationslagern, die GW Bush in seiner Amtsperiode innerhalb der USA errichtet hat?
Jeder kann sich über das KZ-Programm REX-84 und die Lager per google informieren, einfach googlen:

FEMA camps, Halliburton camps, US concentration camps.

wolfgang
Gast

Das Liveleak-Video ist aber auch keine 6 Minuten lang!