Zuschauertäuschung im „heute journal“

ZDF manipuliert. Trittin reagiert auf Brüderle, nicht auf Steinbrück

ZDF manipuliert. Trittin reagiert auf Brüderle, nicht auf Steinbrück

Als ich am Freitag abend das „heute-journal“ sah, traute ich meinen Augen nicht. Ich hatte am Morgen Teile der Bundestagsdebatte angesehen und mir fiel sofort auf, daß das ZDF bei den Bildern zur Berichterstattung manipulierte und Trittins „Jubel“, der auf eine Äusserung von Rainer Brüderle Bezug nahm, mit der Bemerkung Steinbrück zuordnete, „Wenn Steinbrück Attacke reitet, jubelt die Opposition“.

Warum ich diese Beobachtung dann nicht zuerst hier in meinem Blog veröffentlichte? Ich glaube, weil mir derartige Manipulationen jeden Tag auffallen und ich sie schon als normal erachte. Es hätte meiner „Auflage“ trotzdem gut getan. Denn die Beobachtung hatte doch erhebliche Folgen. Ich gab sie zunächst an einen guten Bekannten vom „Focus“ weiter, der am Sonnabend online und am Montag in der Print-Ausgabe berichtete. Dies hatte dann weitere Resonanz zur Folge. Die verantwortliche Redakteurin des „heute-journal“, Anne Reidt, wird auf der Titelseite von „Bild“ zur Verliererin des Tages. Und auch der „stern„, dwdl und kress nahmen das Thema auf. Bei google news findet man noch zahlreichere weitere Berichte.

Und ich ärgere mich über mein Versäumnis, die Geschichte nicht selber hier zuerst publiziert zu haben. „Stupid is as stupid does“ sagt Forrest Gump dazu!

Andererseits: „Focus“ hat den Skandal als Vorabmeldung an die Agenturen herausgegeben. An diese Reichweite komme ich dann doch nicht heran.

Im übrigen blieb es an diesem Freitag nicht bei einem Lapsus der öffentlich-rechtlichen Manipulationsmaschinerie. Tom Buhrow wies in den „tagesthemen“ am Ende eines Beitrags  über den Prozeß gegen die somalischen Piraten in Hamburg darauf hin, dieser habe nach Einschätzung eines Verteidigers fünf Millionen Euro gekostet. Die durchschnittliche Lösegeldforderung betrage dagegen nur vier Millionen Euro. Was er damit sagen will: Piraten, Geiselnehmer, Mörder laufen lassen, weil der Rechtsstaat zu teuer ist. Und ich habe der Moderation weiterhin entnommen, daß Buhrow offenbar der Meinung ist, es gebe ohnehin genügend rechtfertigende Gründe dafür, die bitter armen, vom Kapitalismus und Kolonialismus gebeutelten Piraten nicht strafrechtlich zu verfolgen, sondern lieber die UNO ein paar Milliarden an Entwicklungshilfe schicken zu lassen. Hat ja schon einmal so prima geklappt, Tom! Sollte angesichts derartiger Einlassungen nicht einmal über geeignete arbeitsrechtliche Schritte gegen Buhrow nachgedacht werden?

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2012

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5 Kommentare zu "Zuschauertäuschung im „heute journal“"

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[…] ZDF: Zuschauertäuschung im “heute journal” […]

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Gast

…nur, weil mir hier beim Thema Trittin der „Videobeweis“ fehlt, habe ich eine Ergänzung zu machen:
http://fernsehkritik.tv/folge-101/Start/
Hier wird das Thema unter der Überschrift „Trittin jubelt“ MIT Video behandelt.
Gruß
K.

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[…] ein Beispiel von hier: Sicher nicht zum ersten Mal, die Zuschauertäuschung im “heute journal” Das hat der Joachim Steinhöfel geschrieben. Vielen Dank für den Artikel. Share […]

marc
Gast

Auch hier wurde gelogen und gebogen…

ZDF „heute Journal“: Was nicht passt, wird passend gemacht! Antarktische Rekordvereisung ist Wetter; arktische Rekordschmelze ist Klima!
Am 20.9.12 brachte das ZDF im „heute journal“ einen Katastrophenbericht zur diesjährigen Rekord-Schmelze des arktischen Meereises. (s.u.) Die gleichzeitige Rekord-Ausdehnung des antarktischen Meereises wurde hingegen mit Stillschweigen übergangen. Darauf von EIKE und anderen angesprochen, brachte Claus Kleber im ZDF „heute journal“ am 8.10.12 einen Beitrag zu beiden Phänomenen. Und der hatte es in sich. ….

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/zdf-heute-journal-was-nicht-passt-wird-passend-gemacht-antarktische-rekordvereisung-ist-wetter-arktische-rekordschmelze-ist-klima/

susi bibelmaus
Gast
Ist wohl nicht untertrieben zu sagen, dass das wichtigste im Staat heut nicht der Präsident- Ministerpräsident- Kanzler oder das Parlament ist – sondern die Hoheit und der Einfluss auf Medien. Einst…, nur zur Erinnerung: weil man mit Abstand den Wald vor lauter Bäumen besser sehen kann, also einst… wurden die Befehle und Erlasse des Königs an das Gesindel durch einem Herold auf den Marktplätzen der Dörfer und Städte lauthals herausgeschrien. Zu Beginn der Verkündung der Königsmitteilungen leitete eine kurze Erkennungsmelodie mittels einer Fanfare oder Trommel die Verkündung der Schlossneuigkeiten ein nachderen erklingen dann der Herold seine Sprachmitteilungen zu den Anwesenden… Read more »
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