Die Präsidentschaft ist für Obama eine Nummer zu groß

obamaIn Herman Wouks im 2. Weltkrieg spielenden Roman-Klassiker „Die Caine war ihr Schicksal“ gibt es eine Szene, in der sich eine Gruppe der Schiffsoffiziere an Land erholt; weit weg von dem zunehmend eigenartig agierenden Kapitän Queeg.

Urplötzlich fragt der unzufriedene Leutnant Keefer die anderen: „Habt Ihr nicht auch den Eindruck, dass Kaptain Queeg den Verstand verloren hat?“

Tatsächlich ist Queeg nicht geistesgestört, zumindest nicht zu jenem Zeitpunkt. Er ringt vielmehr, mit immer desaströseren Konsequenzen, mit den Herausforderungen eines Jobs, der schlicht eine Nummer zu groß für ihn ist. Als das Schiff in einen Taifun gerät, ist Queeg wie gelähmt, unterlässt es, die erforderlichen Befehle zu geben und versenkt die „Caine“ fast.

In dem folgenden Kriegsgerichtsverfahren erscheint er zunächst völlig normal, bis er schließlich im Kreuzverhör zusammenbricht. Zuvor hatten die Offiziere die Vorschriften nach einer Lösung durchsucht. Diese boten aber nur bei einem Kapitän Abhilfe, der eindeutig den Verstand verloren hat, nicht bei einem solchen, der lediglich überspannt ist und ein verheerendes Urteilsvermögen hat.

In einer Position mit geringerer Verantwortung hätte Queeg möglicherweise einen ordentlichen Job gemacht.

Obamas zweite Amtseinführungsrede dürfte sein Queeg-Moment gewesen sein. Es war die unwiderlegliche Demonstration von völligem Realitätsverlust in einer Krise. Trotz seiner unaufhörlichen Beschwörung des Begriffes „Change“ ist das herausragende Merkmal Obamas sein offensichtliches Unvermögen zu handeln, selbst wenn eine Notsituation dies dringend gebietet. Wie Queeg steht er wie gelähmt auf der Brücke, während die Wellenberge um ihn herum anwachsen. Oder er arbeitet sich an seiner Besessenheit ab, Homosexuelle und Frauen ins Militär zu bekommen, während sich der Taifun aufbaut.

Obama ist mit der grössten Schuldenkrise der Weltgeschichte konfrontiert und tut, wie Queeg, nichts. Alles, wozu er noch imstande ist, besteht im Absondern leerer Phrasen. Seine pseudo-keynesianischen Vorstellungen und mantrahaft wiederholten alten und gescheiterten Ideen bezeugen einen dramatischen Mangel an intellektueller Substanz.

Die Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft, aber einige ihre Erkenntnisse sind wohlbekannt. Eine davon lautet, dass man sich nicht mit erhöhten Staatsausgaben aus einer Rezession herauskaufen kann. Trotzdessen lässt Obama nicht erkennen, dass ihm die Dringlichkeit der Situation bewusst wäre. Blasiert und selbstgefällig gibt er lediglich zu erkennen, dass er sich ganz großartig findet.

Die einzige fiskalische Massnahme, der er sich verpflichtet fühlt – die Reichen zu besteuern – ist infantiler Unsinn. Wie Queegs Besessenheit zu ermitteln, wer in der Offiziersmesse die Erdbeeren aufgegessen hat. Jeder Volkswirtschaft- oder Politikstudent im ersten Semester weiß, dass es selbst in einem wohlhabenden Land wie den USA nicht genügend Reiche gibt, als dass die Erhöhung ihrer Steuern einen spürbaren Unterschied machen würde.

Präsident Reagans Anwendung der Laffer-Kurve bewies, und das erst vor kurzem, eindrucksvoll, dass man die Wirtschaft stimuliert und die Staatseinnahmen erhöht, wenn man die Steuern senkt.

Wie Queeg ist Obama unfähig, den einmal eingeschlagenen Kurs zu ändern, selbst, wenn ein solcher Wechsel dringend erforderlich ist. Zwanzig F-16 Kampfflugzeug und Hunderte von Panzern an Ägypten zu liefern, war in meinen Augen zu keinem Zeitpunkt eine gute Idee. Selbst als Ägypten noch ein zuverlässiger Freund der USA war, benötigte es für seine Sicherheit allenfalls gepanzerte Fahrzeuge um lokale Unruhen niederzuschlagen, nicht jedoch diese Hi-Tech-Waffen, deren einziger denkbarer Einsatz ein solcher gegen Israel wäre.

In der Tat scheint sich Obama nicht darüber im Klaren zu sein, dass Ägypten und andere islamische Länder von Freunden in wenigen Monaten mehr oder weniger zu Feinden mutierten. Es macht für jeden Präsidenten der Vereinigten Staaten einen Unterschied, ob er eine falsche politische Entscheidung trifft oder ob er sich an diese Entscheidung klammert, selbst wenn sie sich als komplett fehlerhaft erweist. Wie die „Caine“, die im Kreise stampft und ihr eigenes Abschleppseil kappt. Fehler, die man nicht mehr wegdiskutieren kann, sind immer die Schuld eines Anderen (meistens die von George W. Bush).

Aber er tanzt immer noch auf Bällen, spielt Golf, trifft die Stars und macht Urlaube, die Millionen verschlingen. Doch hinter alledem erkennt man eine verzweifelte Leere, ein zusammenhängendes Mosaik des Scheiterns. Der einzige, hinreichend und prahlerisch hinausposaunte Triumph, die Tötung Osama Bin Ladens, war die Leistung anderer Männer. Einer der verdienstvollsten, Dr. Shakil Afridi, verrottet in einem Höllenloch von einem pakistanischen Gefängnis; von Obama im Stich gelassen.

Obamas Schwur, die Mörder des Terroranschlags auf die US-Botschaft im libyschen Benghasi zur Rechenschaft zu ziehen, scheint schon im Moment des Versprechens in Vergessenheit geraten zu sein. Ein Eid – ich weiss nicht, ob ein passender Begriff dafür existiert –, noch unglaubwürdiger als ein Wahlkampfversprechen.

In fast allen Teilen der Welt wurden Verbündete verloren, beleidigt oder gekränkt. Der Krieg in Afghanistan entwickelt sich zu einer Demütigung für die USA und die NATO, Russland und China übernehmen die Führung im Weltraum. Die Verteidigungsfähigkeit der wichtigsten US-Verbündeten, wie zB Grossbritannien, ist in einem noch düsteren Zustand.

All dies berücksichtigt noch nicht einmal die explodierende Armut in den USA. Flexibilität für das Vergütungssystem, um die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie zu verbessern, erscheint indiskutabel.

Die Position des Westens in Mali droht ohne Vorwarnung und ohne das irgendwelche Massnahmen ergriffen wurden, zu kollabieren. Und dann ist da noch die Bedrohnung aus Nordkorea. Ich habe irgendwie Zweifel, dass wir uns in einer ähnlichen Situation befinden würden, wäre Reagan am Ruder. Wo sind wir gelandet, wenn eine Kakerlake von einem Land, das offensichtlich von zertifizierten Irren geführt wird, die Vereinigten Staaten mit Nuklearwaffen bedrohen kann?

Die Wellentürme des Taifuns schlagen über der Brücke zusammen.

© Übersetzung Joachim Nikolaus Steinhöfel 2013. Original-Text von Hal G.P. Colebatch („His Queeg Moment“) erschienen im „American Spectator“

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23 Kommentare zu "Die Präsidentschaft ist für Obama eine Nummer zu groß"

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max
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@ Stefan K. Danke, gut zu wissen.

Stefan K.
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@max:
Der trollende Tierliebhaber und “Fiona” sind ein und die selbe Person. Diese verkrachte Existenz ist außerdem noch als “SanFran Farmer” und 2-3 Dutzend IP’s und Identitäten bei der Wikipedia unterwegs, um Artikel auf links-feministisch zu bürsten. In regelmäßigen Abständen verabschiedet “sie” sich dort in die Schmollecke, wenn es mal Gegenwind gibt, um dann wie Kai aus der Kiste zu springen. Keinerlei Verschwendung von Lebenszeit wert.

max
Gast

Lieber Animal Lover, Du grosser Kenner, hast Du mal eine Tastatur in der Schweiz gesehen? Nein? Vielleicht doch kein so grosser Kenner.

Michael Bender
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@skandaloes Ted Cruz wird nie und Nimmer nominiert werden. Der ist viel zu schrill.
2016 gehoert den Demokraten entweder mit Hillary, Warner Oder Cuomo. Und 2024 Spielen die Republicans auf Bundesebene keine Rolle mehr. Die Republicans Sind yesterday’s News.

Animal Lover
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Du scheinst ja einen schweren Inferioritätskomplex zu haben, wenn du auf deine etwas unbeholfene Art ständig die intellektuellen Fähigkeiten deiner Mitforisten anzweifelst. Und wenn du behauptest, dass deine mangelnden Rechtschreibkenntnisse einer nicht-deutschsprachigen Tastaturbelegung zu verdanken wären, frage ich mich, wie du es schaffst, das ö, das ä und das ü zu generieren, ohne für jeden Umlaut jedesmal ins Einstellungsmenü zu gehen. Das stelle ich mir ziemlich anstrengend vor. Scherz beiseite – wenn man schon schwindelt, dann sollte man gekonnt schwindeln. Und das “Sie” muss man sich auch erst mal verdienen.

Könnten wir jetzt wieder zum Thema zurückkehren?

andrej
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Haben Sie ausser plump-vertraulichem Geduze auch irgendetwas zur Sache vorzubringen? Ich bezweifele, dass wir Freunde oder Kollegen sind. Schon die Wahl Ihres eindeutig zweideutigen Nicks deutet daraufhin, dass Sie in meinem Beruf intellektuell doch zu arg herausgefordert wären. Also, wie ist das denn nun: Wenn bestimmte Menschen -Fiona und Claqeure wie Sie- bestimmte Präsidenten kritisieren dürfen, andere Menschen andere Präsidenten aber gefälligst zu verehren oder zu schweigen haben, was ist das denn nun, Animal Lover, wenn nicht Rassismus? Übrigens, mein offenbar etwas provinziell denkender Tiere wie auch immer Liebhaber: Schon mal daran gedacht, dass es auch andere Tastaturbelegungen gibt als… Read more »
Animal Lover
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Andrej, du hast ja anscheinend Erfahrung mit “Sonderpädagogik”, wenn auch keine gute: den Gebrauch des “ß” hat man euch dort jedenfalls nicht beigebracht (“weiss”; “gross”). Oder fehlt die Taste auf deinem Schlüsselbrett?

andrej
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Fiona, lassen Sie mich kurz zusammenfassen: Wer die Politik Obamas kritisiert, ist ein Rassist und Faschist. Denn Obama ist zufällig, was vor Ihnen hier allerdings niemand zum Thema gemacht hat, nicht weiss.
Weisse Präsis darf man aber nach Kräften in die Pfanne hauen, siehe Ihr Beitrag zu Obamas Vorgänger, ohne dass es Fiona stören würde. Im Gegenteil.

Jetzt die 100.000 Euro Frage: Wie nennt man das nochmal, wenn man Menschen (dazu gehören ja auch meines Wissens US-Präsidenten) je nach ihrer Hautfarbe völlig anders behandelt sehen will?

Wie ironisch, wenn sich jemand ausgerechnet mit einem völlig unmotivierten Rassismusvorwurf selbst als Rassistin entlarvt…

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